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06 August 2011 @ 08:22 am
Review: Nicodemus – Der Zauberverschreiber von Blake Charlton  

“Die Grammatikerin war kurz davor, an ihren eigenen Worten zu ersticken.”

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in “Nicodemus – Der Zauberverschreiber” können Worte richtigen Schaden anrichten und sogar töten.

Aber lasst uns erst mal über das Cover reden. Das hab ich in meinen Rezensionen bis jetzt noch nie gemacht, aber Nicodemus hat es verdient, denn das Cover sieht einfach richtig toll und mystisch aus, und man meint, man könnte die Runen richtig fühlen die aus der Hand des Zauberschreibers aufsteigen. Dafür bekommt das Buch einen besonderen Platz in meinem Regal.

“Wie alle Zauberschreiber besaß Nicodemus von Geburt an die Gabe, seine Körperkraft in Runen von reinster magischer Energie verwandeln zu können. Indem er seinen Bizeps anspannte, formte er in seinem Arm etliche Runen. Er konnte die silbrigen Worte sehen, die durch Haut und Sehnen hindurch schimmerten. Erneut spannte er seinen Oberarm an, verband die Zeichen zu einem Satz und ließ sie in seinen Unterarm fließen.
Mit einer schwungvollen Handbewegung gab er den einfachen Zauberspruch frei, der sich daraufhin in der Luft wand wie eine silberne Schlange aus Rauch.”

Klingt toll, oder? Das sind also Zauberschreiber, doch Nicodemus, der Hauptcharakter, hat eine besondere Bürde zu tragen: er ist ein Kakograph. Die Kakographen, also die Zauberverschreiber, können kaum ganze Fehlerfreie Sätze in den einfachen Zaubersprachen schreiben, und wenn sie einen schon bestehenden Zauber berühren, wird dieser mit Fehlern behaftet.

So berührt Nicodemus zum Beispiel am Anfang des Buches einen verzauberten Wasserspeier, worauf dieser völlig durchdreht. Dabei hatte ich den Wasserspeier eigentlich schon sehr ins Herz geschlossen. Ich hoffe wir sehen ihn im nächsten Buch mal wieder. :)

Wie ihr seht, dreht sich in dem Buch alles um Sprache und Wörter und Bücher, und das in einer Weise, wie ich sie vorher noch nirgendwo gelesen oder gehört habe. Mich hat das alles sehr fasziniert, und ich wollte unbedingt noch mehr von der Welt und der Art wie sie funktioniert kennen lernen. Als Nicodemus das erste Mal unterrichten durfte, konnte ich kaum genug von der Unterrichtsstunde bekommen. Die Welt die Blake Charlton geschaffen hat ist richtig und im wahrsten Sinne des Wortes, fantastisch.

Seine Erzählweise ist sehr einfach gehalten und man kann ziemlich flüssig durchlesen. Auch die länge der Kapitel (bzw. die Kürze der Kapitel :) ) fand ich sehr passend, und macht es für mich immer angenehmer ein Buch zu lesen. Denn wenn man weiß, dass das jetzige Kapitel gar nicht mehr so lang ist, und das nächste auch gar nicht so lang, liest man immer und immer weiter, ohne zu merken wie weit man schon ist.
Ich finde gerade dadurch wird es auch zu einem tollen Jugendbuch für die, die noch nicht so viel lesen.

Was ich noch besonders erwähnen möchte, sind die vielen tollen “seltsamen” Worte die Blake Charlton eingebunden hat, wie zum Beispiel: Kakographie, Compluvium, Neophyten, Prezeptor…. Ich glaube ihr wisst was ich meine.
Ich war schon immer ein Leser, der sich gefreut hat neue “schräge” Worte zu lesen und sie in sich aufzunehmen. Das konnte ich in “Nicodemus – Dem Zauberverschreiber” sehr oft und mit viel Freude tun. :)

Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem weiterempfehlen.
Eine Welt, die aus Sprachen geschaffen wurde, muss einfach gelesen werden.

Vielen Dank an Klett-Cotta für das Exemplar!

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